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DIE LITERARISCHE STRUKTUR
DES BUCHES EXODUS 1–18
und literarische Struktur
von altertümlichen hethitischen Traktaten
Einzelheiten

Infolge der Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Struktur der sechs aufeinander folgenden Perikopen des Buches Exodus 1–18 Anforderungen erfüllt, die von literarischen Schemas hethitischer Bündnistraktate auferlegt worden sind:

  1. Ex 1,1–6,1: Beschreibung eines beständigen göttlichen Schutzes über Israel in der Situation der Existenzbedrohung des Volkes in der Zeit vor Gottes Offenbarung in Ägypten, die beginnt ein vierteiliges Zeremoniell des Bundesschlusses (Ex 6,2ff).
  2. Ex 6,2–11,10:
    • Ex 6,2–8: Vorstellung des stärkeren Kontrahenten, Seines Namens, seiner Verbindungen mit den Vorfahren des schwächeren Kontrahenten,
    • Gott legt das Versprechen:
      • Ex 6,7: des Bundesschlusses:
        die Formulierung „Ich nehme euch als mein Volk an und werde euer Gott sein“ hat eine identische Bedeutung wie der Ausdruck „Ich will einen Bund mit dir schließen“
      • Ex 6,6–8: der Freiheitsbeschenkung
      • Ex 6,8: der Gabe des Landes Kanaan als Eigentum der Israeliten
    • Ex 6,14–26: Stammbaum des Mose und Aaron – es ist die Vorstellung des schwächeren Kontrahenten,
    • Ex 7,8–11,10: Darstellung von Majestät, Pracht, Macht des stärkeren Kontrahenten – zehn wunderbare Zeichen.
  3. Ex 12,1–13,16: Gott verleiht Israel das grundsätzliche Bundesrecht: Jedes Jahr am 14. Abib bei Anbruch der Nacht soll Israel zu Ehren Gottes Pascha feiern, und darf sieben Tage danach nichts Gesäuertes essen; Erzählelemente, darunter die Beschreibung von Tötung der Erstgeborenen Ägyptens und von Israels Aufbruch aus der Knechtschaft (Ex 12,29–42) dienen der Erklärung dieses Rechtes.
  4. Ex 13,17–14,31: Der Akt des Bundesschneidens (–schlusses): Gott führt Israel von dem Ort des Paschaverzehrs an das Schilfmeer (ans Rote Meer) und beide Kontrahenten gehen gemeinsamen zwischen den Hälften des zerschnittenen Schilfmeeres als ob sie zwischen den Hälften eines Tieres gingen, was mit dem Zeremoniell übereinstimmt (die Triftigkeit solchen Verstehens bestätigt Jes 51,9–10 – klick bitte, um die Besprechung dieses Parallelismus in meiner Dissertation im Internet nachzusehen!; man muss dort Seiten 209–217 wählen).
  5. Ex 15,1–21: Das Gedenken an das Ereignis des Bundesschlusses und an die Realisierung seiner Beschlüsse.
  6. Ex 15,22–18,27: Göttliche Befehle und Verbote, Segen und Zorn gegenüber Israel, Verteidigung gegen Feinde; Einsetzung von Richtern für das Volk; Danksagung gegenüber Gott für den geschlossenen Bund und für Seine erlösende Intervention.
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